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F�rderer

MACS Fachtung 14. / 15. Mai 2013

Fachtagung des Modellprojekts MACS im Rahmen des länderübergreifenden Austauschs von XENOS-Projekten im Lenort „Strafvollzug“

Am 14. und 15. Mai 2013 fand in Düsseldorf die zweitägige Fachtagung „Übergangsmanagement zur Arbeitsmarktintegration von Strafgefangenen und Haftentlassenen. Konzepte - Kooperationen - Konsequenzen“ statt, durchgeführt vom Kriminologischen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen. Im Zentrum stand dabei das Projekt MACS (Motivierung und Aktivierung im Case Management zur beruflichen Wiedereingliederung von jungen Strafgefangenen).

Jedes Jahr verlassen in Nordrhein-Westfalen rund 17 000 Menschen eine der landesweit 36 Justizvollzugsanstalten. Doch ein Viertel aller aus der Haft entlassenen erwachsenen Gefangenen wird innerhalb von drei Jahren rückfällig und erneut inhaftiert. Bei jugendlichen Haftentlassenen liegt die Rückkehrquote sogar bei 36 Prozent.

Das will die Landesregierung ändern und hat deshalb ihre rechtspolitischen Ziele klar benannt: Ein möglichst flächendeckendes Übergangs- und Nachsorgemanagement für (ehemalige) Gefangene soll vollzugsinterne und vollzugsexterne Wiedereingliederungsmaßnahmen verknüpfen. Ein vollzugsübergreifendes Case Management unter Einbeziehung aller relevanten Arbeitsmarktakteure soll Standard werden und die Rückfallrisiken verringern.

„Zugrunde liegt der Entscheidung die Erkenntnis“, so NRW-Justizminister Thomas Kutschaty in seiner Eröffnungsrede, „dass der Übergang aus dem strukturierten Alltag im Gefängnis in unsichere Lebensverhältnisse mit Risiken verbunden ist - Risiken, die sich deutlich reduzieren, wenn es gelingt, den Gefangenen bereits vor ihrer Haftentlassung Zugänge zum Arbeitsmarkt oder in Ausbildung zu verschaffen.“ Der Minister weiter: „Das Projekt MACS liefert dazu einen wichtigen Beitrag und hat - so wie auch seine Vorgängerprojekte - weit über die Landesgrenzen hinaus Anerkennung gefunden.“

Doch der Strafvollzug kann die Wiedereingliederung und Rückfallvermeidung nicht allein gewährleisten, stellte Minister Thomas Kutschaty zugleich klar. Unverzichtbar und vorbildlich ist deshalb die Zusammenarbeit vor Ort vor allem mit den Agenturen für Arbeit auf Basis der bereits bestehenden Kooperationsvereinbarung zwischen dem Justizministerium NRW und der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit:

Dirk Strangfeld von der Regionaldirektion der BA teilte die Auffassung des Ministers: „Auch wir können die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt speziell bei der Personengruppe der Haftentlassenen nicht allein bewältigen. Viele von ihnen sind noch nie einer Erwerbstätigkeit nachgegangen, 90 Prozent der jugendlichen Strafgefangenen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung.“

Handlungsfelder der Zusammenarbeit sind (1) die Berufsorientierung für eine realistische Berufswahl und die Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen, (2) die Qualifizierung mit dem Fokus auf abschlussorientierte Maßnahmen, (3) die Vermittlung in Beschäftigung, (4) die Stabilisierung mit flankierenden und nachsorgenden Maßnahmen sowie (5) eine Wirkungsanalyse der Aktivitäten.

Die strategische Steuerung des Projekts liegt beim Kriminologischen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalens. Dessen Direktor, Wolfgang Wirth, benannte in Düsseldorf die Kernaufgaben des neuen Übergangsmanagements und definierte den jeweiligen Beitrag, den das MACS-Projekt dazu leistet. Dazu zählen die Neu-Motivierung von Abbrechern beruflicher Fördermaßnahmen, „damit schwierige Gefangene nicht durch den Rost fallen und Creamingeeffekte vermieden werden“, die Professionalisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Übergangsmanagement durch zertifizierte Schulungsreihen, die Förderung themenorientierter Informations- und Vernetzungsveranstaltungen, die Identifizierung aussichtsreicher Beschäftigungsfelder auf dem Arbeitsmarkt sowie der länderübergreifende Transfer von Best-Practice-Modellen.

Wolfgang Wirth verwies zudem auf den Return-on-Investment des Vorhabens: „Präventive Arbeit mit Strafgefangenen schützt nicht nur die Gesellschaft vor Wiederholungstätern, sondern hat nachweislich auch einen ökonomischen Nutzen: Jeder eingesetzte Euro zahlt sich x-fach aus!“ Das Justizministerium will die Erfahrungen aus dem Projekt bei der gegenwärtig anstehenden Vorbereitung eines landeseigenen Strafvollzugsgesetzes berücksichtigen, versicherte Minister Thomas Kutschaty.